Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

O Fortuna!

› „Alles, was ich bisher geschrieben habe, können Sie einstampfen.“ So meldete der Komponist Carl Orff nach der Fertigstellung seiner „Carmina Burana“ im Jahr 1937 seinem Verleger — und in der Tat steht das Werk bis heute wie kein zweites für Orffs Namen und Schaffen. Nach diesem Ausdruck unmittelbarer, für Musiker*innen und Hörer*innen regelrecht körperlich erlebbarer, ja ritueller Wirkkraft der Musik konnte es definitiv kein Zurück mehr geben! Wer sich von dieser Sogwirkung selbst überzeugen möchte, kann dies am 19. April 2026 im Mannheimer Rosengarten tun. Dann präsentiert die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter dem Dirigat von Michael Francis gemeinsam mit dem Mainzer Bachchor sowie den Solist*innen Leonor Amaral (Sopran), Vaclav Vallon (Tenor) und Martin Berner (Bass) eines der bekanntesten Chorwerke des 20. Jahrhunderts.

Es ist ein Werk mit durchaus ungewöhnlicher Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Die von Chor, Kinderchor und Solisten gesungenen Texte entstammen einer Liederhandschrift aus der Zeit des 11. bis 13. Jahrhunderts, die 1803 im bayerischen Kloster Benediktbeuern entdeckt wurde. Verfasst wurden sie überwiegend von fahrenden Studenten, Klerikern und sogenannten Goliarden — Scholare ohne festen Wohnsitz, meist waren dies entlaufene Mönche und andere umherziehende Gelehrte. Die Texte sind so inhaltlich erstaunlich weltlich und lebensnah und damit prädestiniert, von großen Gemeinschaften singender und musizierender Menschen frohgemut in die Welt hinausgeschmettert zu werden.

Die mittelalterlichen Dichtungen der „Carmina“ behandeln das Rad des Schicksals, die Vergänglichkeit des Lebens, die Liebe (von zart bis derb!), Spiel, Genuss und Lebenslust. Ironie und auch drastische Ausdrucksformen geben dabei vielfach den Ton an. All das also hat Orff in seiner Komposition mit rhythmisch dominierter, zugleich aber auch unwiderstehlich sinnlicher Tonsprache in eine unmittelbare, beinahe urtümliche Wirkung versetzt. Seine Musik pendelt dabei zwischen ekstatischer Wucht und zarter Innerlichkeit, wechselt also immer wieder auch ins minimalistisch zarte Klangerleben, um anschließend mit neuen musikalischen Ausbrüchen umso kraftvoller mitzureißen und zu überwältigen.

Den Auftakt des Abends gestaltet Clarice Assads „Ode to Carmen Miranda“, ein Werk, das traditionelle lateinamerikanische Rhythmen in eine zeitgenössische, farbenreiche Klangsprache überführt. Dann folgen die Polowetzer Tänze aus Alexander Borodins Oper „Fürst Igor“. Musik mit ungeheurer Dynamik, die Orffs weltumspannender „Carmina Burana“ die Bühne bereitet. ‹

KLIMMZUG. 5. Abo-Konzert Mannheim
19. April 2026, 18 Uhr
Rosengarten, Mannheim
www.staatsphilharmonie.de


Lust auf noch mehr Klassik? Der Vorverkauf für die neue Spielzeit 2026/27 startet am
20. April 2026. Weitere Informationen unter
www.staatsphilharmonie.de.
Bildnachweis:
Christian Kleiner

Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist das größte und bedeutendste Orchester des Bundeslandes. Seinen Sitz hat es in Ludwigshafen und gehört zu den vielseitigsten Sinfonieorchestern der Metropolregion Rhein-Neckar mit einer großen Bandbreite, die von Sinfonik über Musiktheater bis hin zu Filmmusik reicht. Mit ihrem Programm von 110 Konzerten an 20 verschiedenen Spielorten und mit fast 90 Künstlern aus aller Welt erreicht die Staatsphilharmonie Menschen jeden Alters zwischen Mainz und Karlsruhe, zwischen Heidelberg und Trier. Die hervorragende künstlerische Qualität des Orchesters beweisen unter anderem auch die zahlreichen Auszeichnungen. So wurde die Staatsphilharmonie 2015 mit dem ECHO Klassik in der Kategorie „Orchester des Jahres” ausgezeichnet, ihr Konzertangebot wurde zudem in der Saison 2016/2017 vom Deutschen Musikverleger-Verband als „Bestes Konzertprogramm“ prämiert.
Termin19. April 2026
AdresseDeutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz // Heinigstraße 40 // 67059 Ludwigshafen // Telefon: 0621 59909-0 // E-Mail: info@staatsphilharmonie.de
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