Festival des deutschen Films

Ein Volksfest — aber der Kunst

› Es geht uns gut. Jedenfalls gab es noch nie so viele Kulturveranstaltungen wie heute. Mit viel Leidenschaft und hohem Spezialwissen werden sie gemacht. Sie faszinieren und ohne Frage hat jede für sich ihre Bedeutung und Berechtigung. Aber leider entsteht nur selten ein Zusammenhang, eine Beziehung der vielen Kulturbereiche miteinander und eine Vermischung des Publikums. Kulturmagazine versuchen dies zu ändern. Aber übermächtig ist die Zersplitterung des öffentlichen Lebens in zahlreiche Interessensgruppen, Milieus und Untermilieus — und die Künste sind bei dieser Aufsplitterung vorneweg dabei. Was viel zu häufig fehlt, sind kulturelle Veranstaltungen, bei denen ein Schichtarbeiter neben einer Unternehmerin, eine Sekretärin neben der Chefärztin, eine linksgrüne Studentin neben einem konservativen Rentner sitzt. Weil sie, ohne ihre Differenzen zu bedenken, ohne einmal auf ihr vertrautes sicheres Milieu zu achten, einfach ein und dieselbe Veranstaltung besuchen.
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Auch wenn es also selten ist, so ist genau dies doch die gelebte Praxis beim „Festival des deutschen Films“ auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein. Dieses Festival ist ein Volksfest, bei dem es nicht nur leichte, sondern auch etwas schwerere ästhetische Werke zu sehen gibt. Aber immer ist es zugleich ein Gartenlokal, das alle in Empfang nimmt und zusammenbringt. Es ist ein Volksfest, wenn auch der besonderen Art. Es ist die erklärte Absicht dieses Festivals, dass hier die Kunst den Menschen so nahe kommen soll, dass sich möglichst alle darin wiederfinden können. Es ist gewollt, dass vor allem jene künstlerischen Qualitäten präsentiert werden, die zu einem großen Teil mehrheitsfähig sind. Und dazwischen finden sich kleine Perlen für neue, unerwartete Erfahrungen …

In der Folge erfreut sich dieses Festival einer sehr großen Beliebtheit — und dies über verschiedene Gesellschaftsgruppen hinweg. Deshalb auch kann es zu einem ungewöhnlich hohen Anteil vom Verkauf seiner Eintrittskarten leben und muss nur zu knapp zehn Prozent von der öffentlichen Hand subventioniert werden, ergänzt von Sponsoren, die die große öffentliche Wirksamkeit ihres Sponsorings zu schätzen wissen.

Damit wird das „Festival des deutschen Films“ zu einem Volksfest der Kunst — zu einem intensiven jährlichen Treffpunkt für 100.000 Menschen aus der ganzen Region. Alle sind eingeladen zu diesem Filmfestival unter freiem Himmel und in Kinozelten mit mehr als 1.000 Plätzen inmitten einer Parklandschaft am Ufer des Rheins, 19 Tage lang im Spätsommer. ‹


Festival des deutschen Films
23. August bis 10. September 2023
Parkinsel, Ludwigshafen
www.festival-des-deutschen-films.de

Bildnachweis:
Arthur Bauer; Norbert Bach (Flußansicht)

Festival des deutschen Films

Das Festival des deutschen Films hat sich als Sommertreff der deutschen Filmszene etabliert und lockt jährlich fast 120.000 Besucher auf die Ludwigshafener Parkinsel. Zu sehen gibt es in den beiden großzügigen Kinozelten sowie auf einer Open-Air-Leinwand am Fluss ausschließlich neue deutsche Filme, die cineastische Qualität über den Kommerz stellen. Das Festival fördert mit dem Filmkunstpreis, dem Publikumspreis sowie einer Reihe weiterer Preise engagierte Filmemacher und Produzenten. Mit dem „Preis für Schauspielkunst“ wird zudem jedes Jahr ein Star des deutschen Films geehrt.
TerminMI 23. August bis SO 10. September 2023
AdresseFestival des deutschen Films gGmbh // Luitpoldstraße 56 // 67063 Ludwigshafen // Telefon: 0621 95304400 // info@fflu.de
SpielorteParkinsel/Ludwigshafen
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